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Uwe is back in Schwerte

von Uwe Görke 15.07.2008 16:20:00

Mein HI-Virus "Tim"Uwe is back in Schwerte mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen! Meine Premiere, die erste Lesung oder besser gesagt der erste Talk meines Buches in Rostock ist gut gelaufen. Aber mal von Anfang an: Zuerst die für mich wichtigste Nachricht aus der ID Ambulanz, mein HI- Virus ist nicht aktiv! Die T4 Zellen liegen bei 765, im Vergeich dazu vor 3 Monaten waren es noch 865. Die Fette liegen bei 243 (leicht zu hoch) und der Choli Wert bei 203, ist ebenfalls leicht zu hoch. Wichtig ist aber nicht nur der PC - Laborwert, sondern mein Empfinden, denn ich spüre ganz genau, wenn etwas in meinem Körper nicht stimmt. Ich fühle mich im Moment sehr gut, abgesehen von den kleinen Begleiterscheinungen, mit denen ich mich im Laufe der Zeit arrangiert habe. Deshalb konnte ich beruhigt mit Busenfreundin Tine die Reise nach Rostock antreten.

Samstag um 10.00 Uhr machten wir uns auf den Weg. Wir waren sehr gespannt, was uns denn wohl inStau auf der A1 Rostock so erwartet. Wie würde sie sein, meine erste Lesung? Wie viel Gäste werden da sein, kommt überhaupt jemand? Ich war ganz schön aufgeregt aber wie immer voller Tatendrang und optimistisch! Nun, wir hatten reichlich Zeit uns unsere Köpfe zu zerbrechen, denn wir waren noch nicht ganz auf der Autobahn, da sahen wir schon von weitem die ersten Warnblinklichter! STAU! Ich dachte, dass kann doch gar nicht wahr sein. Jedesmal wenn ich verreise stehe ich im Stau. Diese verdammte A1 und ihre Baustellen. Was wir aber nicht bedacht hatten, in fünf Bundesländern begannen an diesem Wochenende die Ferien. So wurde unsere Fahrt zum Alptraum. Die Raststätten waren hoffnungslos überfüllt, die Warteschlangen vor den Toiletten erinnerten an das Anstehen vor der Achterbahn im Moviepark und einen Kaffee konnte man auch nicht in Ruhe trinken, weil das Personal absolut überlastet war. Neun Stunden, die Pausen mit eingerechnet, verbrachten wir auf der Autobahn. Wertvolle Zeit, in der wir uns so gerne Rostock und Umgebung angesehen hätten. Ärgerlich aber da nicht mehr zu ändern, hieß es Schalter umlegen, was ja bekanntlich meine Stärke ist, und den Rest des Tages noch genießen.

Tine&Uwe am Rostocker HafenUnd wir haben genossen! Nee, is klar!? Nachdem wir in der Pension Dräger eingecheckt, Koffer, Bücher und Flyer abgestellt hatten, gönnten wir uns ein schönes Essen und bummelten durch das abendliche Rostock. Eine interessante Stadt, mit einem wunderschönen Rathaus und vielen schönen alten Häusern, die überwiegend neue Fassaden in warmen Farbtönen erhalten haben. Die historische Altstadt und der Hafen haben uns besonders gut gefallen. Im Studentenviertel, dort befindet sich auch das Rat und Tat Team, Rostocks Verein für Schwule und Lesben (Leonardstr.20), findet man viele schöne Kneipen und dort ließen wir dann den Abend bei einem leckeren Bierchen auch ausklingen. Rostock ist auf jeden Fall eine Reise wert, darin waren Tine und ich uns noch am selben Abend einig. Aber so ganz ungeschoren kommen mir die Rostocker doch nicht davon. Ja, dat Ueffcken hat auch in Rostock den Müll zu bemängeln. Und das ungepflegte Denkmal am Hafen, geht gar nicht! Da hat man ja wirklich Mühe näher heran zu kommen. Mal im Ernst, das zieht keine Touristen an.

Am nächsten Morgen, fuhren wir nach einem ausgiebigen Frühstück mit der Strandline MS Rostocker 7 Leuchtturm in Warnemündenach Warnemünde. Ein Tipp, den uns der Besitzer der Pension gegeben hat. Die Schifffahrt allein war schon klasse, denn der Kapitän erzählte uns auf humorvolle Weise über Rostock, die Schifffahrt und den Hafen. Unterwegs hatten wir noch das Glück drei große Passagierschiffe aus der Nähe zu sehen und das war ziemlich eindrucksvoll! Die Einfahrt in den Hafen von Warnemünde war eine Augenweide. Überall Boote und Seegelschiffe. An diesem Wochenende fand dort die Weltmeisterschaft der Segler statt. Warnemünde ist ein wunderschönes Städtchen mit besonderem Flair. Tine und ich genossen das wunderschöne Wetter, den Strand mit den kleinen gediegenen Leuchttürmen und die Ostsee. Das Wasser hatte 18 Grad, ein wenig frisch aber mit den Füßen waren wir *Weicheier* drin. Zurück bummelten wir vorbei an, kleinen Läden, wunderschönen Gassen und super freundlichen Menschen, auf den Marktplatz, wo verschiedene Bühnenprogramme liefen. Dieser Tag war einfach schön und entschädigte uns reichlich für den Verlorenen auf der Autobahn.

Rat und Tat lud mich in die Planbar ein Pünktlich um 19.00 Uhr war ich dann in der Planbar vom Rat und Tat e.V. (http://www.schwules-rostock.de) um im Rahmen der Hanse Gay (schwul-lesbische Kulturwoche) mein Buch vorzustellen. Nachdem uns das Team am Vortag so herzlich und nett empfangen hatte, war ich nicht mehr ganz so nervös. Sie haben gute Vorarbeit geleistet und ordentlich die Werbetrommel gerührt. Im Programmheft zum CSD Rostock 2008 werde ich mit Bild und einem kleinen Text vorgestellt. Trotzdem konnten auch sie nicht sagen, wie viel Interessierte sich einfinden würden. Wir besprachen, es einfach locker angehen zu lassen und nicht nur zu lesen, sondern einen kleinen Talk zu machen. Nach und nach fanden sich ca. 20 Interessierte in der gemütlichen Planbar ein. Klein aber fein! Jürgen vom Rat und Tat Team stellte mich vor und dann kam mein Part. In der sehr familiären Atmosphäre fühlte ich mich wohl und meine anfängliche Nervosität legte sich schnell.

In gewohnter Weise kam ich schnell in Fahrt und erzählte, warum und wie es zu diesem Buch - Mein Mandy&Uwe in der Planbar nach der Lesung/TalkLeben mit HIV (ISBN 978-3-940818-00-3) kam. Die ersten Fragen ließen nicht lange auf sich warten und plötzlich waren wir mitten in einer angeregten und lockeren Diskussion. Herrlich, denn das ist ja gaynau mein Ding. Die Leute waren alle interessiert und super nett. Auch Tine haben sie in ihren Reihen toll aufgenommen. Anfängliche Skeptiker konnte ich in meinen Bann ziehen. Aber um das „Lesen“ kam ich doch nicht herum. *lach* Nervös *rot*l begann ich den Tagebuchauszug vom 12.02.2008 auf Seite 147 zu lesen. Eine andächtige Stille und alle hörten gespannt zu. Als ich zu ende gelesen hatte, gab es Applaus. Leute ich kann euch gar nicht sagen wie erleichtert und gut das tat. Jetzt wollten sie aber eine Zugabe. Da ich aber schlecht selbst über mich vorlesen kann *zwincker* spannte ich meine Tine mit ein. Sie las das erste Kapitel über meine Kindheit und Jugend vor. Mir schossen die Tränen hoch mit so viel Wärme und Menschlichkeit begeisterte sie das Publikum. Selbst die Leute aus dem Biergarten kamen herein und hörten zu. Der anschließende Applaus war mehr als verdient und ich glaube wir können eingebildet behaupten, es war eine gelungene Lesung.

Zuschauer wie von links- Holger&Jürgen&Andreas hintere Reihe Anschließend gab es eine persönliche Widmung für die Käufer des Buches und Autogramme. Nach dem offiziellen Teil diskutieren wir noch locker, flockig bis weit in die Nacht. Viele Grüße an den harten Kern Holger, Andreas und Jürgen um nur einige zu nennen. Aber auch Mandy vom Rat und Tat Dienst will ich nicht vergessen, die sich so darüber freute, dass ich all den Ehrenamtlern im Lande Danke sagte und Kerstin die uns so nett in Empfang genommen hat und uns eigentlich Rostock zeigen wollte. Tine und ich, beides keine Langschläfer, waren jedoch schneller als der Blitz *lol* und erkundeten auf eigene Faust. Und natürlich hinterließen wir, wo immer es möglich war und Sinn machte unsere Spuren, sprich die Flyer zum Buch.

Ich selbst bedanke mich ganz herzlich bei dem Team von Rat und Tat, der Planbar und der Pension. Ihr Jürgen&Uwe&Mandywart super nett zu uns, wir drücken euch die Daumen für den CSD „Ungeoutet ist wie nicht gelebt“ am 19.07.2008 www.csdrostock.de. Ich bin an diesem Tag bei der LOVEPARADE in Dortmund. Nee, is klar!? Gespannt bin ich mal auf euer Feedback vor Ort! Das war’s von mir, von der ersten Lesetour! Euer Uwe
„Es gibt keine Grenzen. Nicht für den Gedanken, nicht für die Gefühle. Die Angst setzt die Grenzen.” 
 
 

http://www.uwegoerke.de/ug-032007/modules.php?op=galerie&files=gallery_sub&gal_id=71

(C) Uwe Görke Fotos Martina Schönherr www.uwegoerke.de

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